Erleuchtung gefällig?... oder doch lieber ein Glas Prosecco?

1 Jun 2016

 

Ich muss heute mal was über Spiritualität sagen.

 

Es muss einfach raus.

 

Immer häufiger lese und höre ich von Menschen, die in diesen Zeiten ein Riesending draus machen, was ihre eigene Spiritualität betrifft. 

 

"Wie lange habe ich meine Hellsichtigkeit verleugnet..."

"Ich habe schon immer Außersinnliches wahrgenommen, mich aber nicht getraut es zu äußern..."

"Hier ist mein Coming Out: ich bin ein Medium..."

 

Und dann geht es weiter...

 

"Ich habe in den letzten 10 Jahren mein komplettes Leben verändert. Ich habe meine Ernährung umgestellt, Seminare besucht, mein Mindset und meine Persönlichkeit auf Vordermann gebracht, meine Blockaden gelöst, eine regelmäßige Meditations- und Yogapraxis entwickelt und lebe seitdem glücklich, erfüllt und zufrieden."

 

Beeindruckend, nicht wahr?

 

Heute geht es um etwas, das mir wirklich sehr am Herzen liegt!

 

...und möglicherweise den ein oder anderen vor den Kopf stößt, aber das ist mir egal...

 

...weil ich noch nie gerne in Schubladen gedacht und gepasst habe

...weil ich nicht auf "höher-schneller-weiter" stehe

...weil ich keine Lust auf spirituelles Wetteifern habe

 

aber vor allem:

 

...weil ich glaube, dass es ganz, ganz vielen Menschen so ähnlich geht, wie mir.

 

Es geht um den Zwiespalt, spirituell und gleichzeitig lebendig sein zu wollen/dürfen/sollen...

 

"Entweder entwickle ich meine Spiritualität oder ich genieße das Leben und bin eben oberflächlich."

 

"Beides zusammen geht nicht."

 

Ich kann dir gar nicht sagen, wie lange ich glaubte, dass mit mir etwas

nicht stimmte. Wie lange ich dachte, dass ich so etwas wie zwei Gesichter hätte.

 

Schon als Teenager machte ich meinen ersten Meditationskurs und begann, regelmäßig zu praktizieren. Und das in einem Alter, in dem alle meine Freunde auf Parties gingen und das Leben feierten. 

 

Du glaubst jetzt aber nicht wirklich, dass ich mir das entgehen ließ :-)

Im Gegenteil, ich war natürlich mittendrin, denn Ausgelassenheit und Spaß, aber auch meine Lust, immer wieder Neues zu entdecken und Abenteuer zu erleben waren für mich schon immer das Salz in der Suppe des Lebens. Und ein Weg, mich selbst zu spüren.

 

Ich wurde älter und machte immer mehr Ausbildungen und Erfahrungen in der "spirituellen Welt".

 

Und so lernte ich auch immer mehr beeindruckende Menschen kennen, die ich bewunderte.

 

Was diese aber fast durchgängig gemeinsam hatten war, dass sie den sogenannten weltlichen Genüssen und Verführungen größtenteils entsagten (oder es zumindest versuchten). 

 

Da gab es keine ausgelassenen Parties, durchgemachte Nächte oder undurchdachte Verrücktheiten, deren Sinn sich erst im Nachhinein erschließt...oder vielleicht sogar nie! :-)

 

Irgendwann dachte ich, ich müsste mich entscheiden: entweder reiße ich mich zusammen, höre auf, dummes Zeug zu machen, lebe ab sofort vegan, gluten- und spaßfrei und gehe somit den Weg der Erleuchtung...oder ich verschwende mein Leben an das Vergnügen und die Oberflächlichkeit.

 

"Entscheide dich", flüsterte es in mir, "Achtsamkeit oder Leidenschaft, Grünkernbratlinge oder Schoko-Torte, Meditation oder Mädelsabend."

 

Im Übrigen hatte ich zu dieser Zeit auch zwei völlig unterschiedliche Freundeskreise.

 

Auf der einen Seite diejenigen, mit denen ich  meine lebenslustige, leidenschaftliche und alberne, unbeschwerte Seite leben konnte und auf der anderen meine spirituellen Freunde, mit denen ich einen tiefen Austausch über erlebte Themen, die Lehren großer Meister, Methoden der Persönlichkeitsentwicklung und ein bewusstes Leben pflegte.

 

Und weißt du was?

 

Diese Freundeskreise wussten nicht mal voneinander.

 

Ich dachte wirklich, dass das nicht zusammen funktionieren könnte.

 

Nicht, weil sie sich nicht mögen würden, sondern weil ich meine eigene Persönlichkeit aufzuteilen schien. Mal war ich die ausgelassene Partymaus, die das Leben genießen wollte ohne groß über irgendetwas nachzudenken und dann wieder die tiefsinnige, hinterfragende, die Ernährung umstellende und an ihren persönlichen Themen arbeitende, reflektierende Suchende... nach Antworten und nach sich selbst.

 

Ich glaube, der Moment, wo ich anfing beides nebeneinander und miteinander bestehen lassen zu können, passierte, als ich meinen Mann kennenlernte. 

 

Nach ein paar Jobs in der schillernden, glitzernden Musik- und Werbewelt und nahm ich mir damals eine 3-monatige Auszeit, um von einem indischen Guru die vedische Astrologie zu erlernen. Ehrlich gesagt dachte ich, dass diese Entscheidung das Aus für unsere Beziehung wäre...wer will schon mit solch einem verrückten Huhn zusammen sein?

Aber auf wundersame Weise hörte er nicht auf, mich zu lieben...und es kam noch besser: er wollte mich sogar heiraten!

Es funktionierte also, ich konnte beides sein!

 

Spirituell und lebendig.

Tiefsinnig und ausgelassen.

Weise und albern.

 

Alles! Alles was eben einfach zu mir gehörte. 

 

Zu dieser Zeit begann ich auch, Readings zu geben und war überglücklich, endlich etwas gefunden zu haben, was mich befreite von all den Dogmen, die es da draußen gab und die immer nur bis zu einem gewissen Grad zu mir passten. Jetzt konnte ich einfach mein höheres Selbst befragen, wenn es schwierig wurde und es gab mir bereitwillig meine Antworten für meinen eigenen Weg. 

 

Ich muss nicht mehr stundenlang auf einem Meditationskissen sitzen, um mich spirituell zu fühlen (obwohl ich auch das hin und wieder gerne mache) und ich kann tanzen, trinken und lachen ohne das Gefühl zu haben, meinen Weg zu verfehlen.

 

Das Leben ist für mich dazu da, es zu genießen, wo ich es genießen kann und in allen seinen Facetten kennen zu lernen, Juhuuu! :-)

 

Es gibt Zeiten für das eine und es gibt Zeiten für das andere. 

 

Wenn du beschließt, von heute an vegan zu leben, kann das für eine zeitlang stimmig sein...und wenn die Zeit kommt, von dem leckeren französischen Käse zu kosten, der vor deiner Nase steht, dann greif´zu!

 

Glaub´mir...ich weiß selbst ganz genau, wie es ist, sich alles verbieten zu wollen, um es perfekt zu machen. Ich glaube, das ist uns in unserer westlichen Gesellschaft schon mit der Muttermilch in Fleisch und Blut übergegangen.

 

Ich habe vollstes Verständnis und Mitgefühl für jeden, der es ernst meint mit seiner Erleuchtung ;-)

 

Aber was wäre, wenn wir alle ein bisschen freundlicher zu uns selbst wären?

 

Nachsichtiger und wohlwollender?

 

Und was, wenn es einfach ok wäre, es nicht perfekt zu machen, weil genau dann die Momente entstehen können, in denen wahre Spiritualität leben kann? 

 

Jetzt folgt auch kein dogmatischer, allgemeingültiger 5-Schritte-Plan, der dir aufzeigt, wie du wahre Spiritualität erreichst.

 

Den gibt es nämlich gar nicht. 

 

Sei einfach du selbst.

 

Mehr braucht es nicht und ist zugleich herausfordernd genug.

 

Denn der Grad deiner persönlichen spirituellen Entwicklung lässt sich nicht daran messen, wie oft und wie lange du meditierst oder Yoga machst, wie viele Seminare du besuchst oder welche Bücher du gelesen hast.

 

Offen gestanden kann mich niemand mehr damit beeindrucken.

 

Die wirklich spirituellen Menschen sind für mich die, die authentisch, echt und frei sind, sich selbst zum Ausdruck bringen und das Leben spüren.

 

Es hat eine Weile gedauert, bis ich das verstanden habe und es hat mich befreit!

 

Du kannst nicht frei sein, wenn du dir vorschreiben lässt, wie man spirituell lebt, aussieht, denkt, liest, redet oder isst. 

 

Lass´uns anstoßen...mit einem Glas Prosecco :-)

 

...auf die Freiheit und deine zahlreichen Facetten!

 

Ich wünsche dir den Mut, sie zu finden und zu leben!

 

Alles Liebe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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